Familien mit psychisch kranken und suchtkranken Eltern
Lerninhalte
Auswirkungen auf das elterliche Fürsorgeverhalten und die kindliche Bindungsentwicklung - präventive multiinstitutionelle Hilfen zur Förderung der Eltern-Kind-Beziehung
Psychische Erkrankungen führen nicht selten zu einer schweren Beeinträchtigung des familiären Zusammenlebens. Besonderen Belastungen und Gefährdungen sind dabei die minderjährigen Kinder ausgesetzt. Das frühzeitige Erkennen und Einordnen krankheitsbedingter Verhaltensauffälligkeiten der Eltern bildet die Voraussetzung dafür, dass den betroffenen Familien geeignete Hilfen zur Verfügung gestellt werden können.
Bei Eltern mit psychischen Störungen und Suchterkrankungen kommt es zu einer nachhaltigen Beeinträchtigung ihrer Realitätswahrnehmung und Beziehungsfähigkeit. Meist bestehen zusätzlich Ängstlichkeit, Depressivität, Stressintoleranz, Mentalisierungsdefizite und Identitätsunsicherheit. Am ersten Tag des Seminars werden die krankheitsspezifischen Symptome der Eltern und die daraus abzuleitenden Auswirkungen auf das Fürsorge- und Schutzverhalten d.h. auf Feinfühligkeit und Responsivität gegenüber den kindlichen Bedürfnissignalen dargestellt. Daneben werden Beobachtungskriterien zur Einschätzung der Belastung der kindlichen Bindungsentwicklung beschrieben.
Um dem komplexen Unterstützungsbedarf der Familien, den präventiven Handlungsnotwendigkeiten und dem Kinderschutz gleichermaßen gerecht zu werden zu können, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den Institutionen der Jugendhilfe und des Gesundheitswesens einschließlich der Erwachsenenpsychiatrie unabdingbar. Im zweiten Tag des Seminars werden die organisatorisch-institutionellen und inhaltlich-konzeptionellen Voraussetzungen eines integrativen Ansatzes erläutert. Der einvernehmliche Kontakt mit den Eltern kann dabei nur dann über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden, wenn es gelingt, den zu erwartenden Irritationen im Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle nachhaltig entgegenzuwirken. Es werden Methoden der vertrauensbildenden Beziehungsgestaltung zu den Eltern und den Kindern einschließlich der videogestützten Förderung der Eltern-Kind-Interaktionen vorgestellt.
Zielgruppe
Fachkräfte aus dem psychosozialen Bereich, insbesondere aus den Feldern der Kinder – und Jugendhilfe
Hinweis
Referent Dr. med. Michael Hipp
Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie
Ehem. Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes Hilden, Kreisgesundheitsamt Mettmann
Mitbegründer des Förderkreises KIPKEL, Prävention für Kinder psychisch kranker Eltern
Initiator der Kooperationsvereinbarung zwischen den Institutionen der Erwachsenenpsychiatrie und der Jugendhilfe im Kreis Mettmann
Anmeldung 24.5.2026
Kooperationspartner
Caritas Vorarlberg
Institut für Sozialdienste (ifs)
Die Veranstaltung „Familien mit psychisch kranken und suchterkrankten Eltern“ ist vom Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP) als Fort- und Weiterbildungsveranstaltung gemäß § 33 Psychologengesetz 2013 mit 16 Einheiten anerkannt.
Dieses Seminar ist vom ÖBVP als Weiterbildung für PsychotherapeutInnen gemäß der Fort- und Weiterbildungsrichtlinie für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) im Ausmaß von 16 Arbeitseinheiten anerkannt.
Anmeldung
Die wichtigsten Fakten:
24. June 2026
09:00 - 17:00
Hofer Straße 26,Schloss Hofen - Wissenschaft & Weiterbildung, 6911
Lochau
25. June 2026
09:00 - 17:00
Hofer Straße 26,Schloss Hofen - Wissenschaft & Weiterbildung, 6911
Lochau
Milena Mariño
milena.simonovic@schlosshofen.at
+43 5574 4930 460
EUR 390,00
Weitere Details:
Dr. HIPP Michael