ME/CFS in der klinisch-psychologischen und psychotherapeutischen Praxis - Diagnostik, Abgrenzung, Unterstützung
Lerninhalte
Dieses praxisorientierte Seminar richtet sich an Klinische Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen sowie an Kolleg:innen in Ausbildung, die in ihrer Arbeit mit Menschen mit chronischen Erkrankungen oder unklaren Belastungssymptomen konfrontiert sind.
Rund ein Drittel des Seminars widmet sich den Grundlagen der Myalgischen Enzephalomyelitis bzw. des Chronischen Fatigue-Syndroms (ME/CFS). Die Teilnehmer:innen erhalten einen kompakten Überblick über die aktuelle wissenschaftliche Einordnung, typische Symptomkonstellationen und den Verlauf der Erkrankung.
Etwa die Hälfte der Seminarzeit steht im Zeichen der Diagnostik. Dabei lernen die Teilnehmer:innen, ME/CFS (differential-)diagnostisch abzugrenzen, geeignete Diagnosekriterien und Assessmentinstrumente (z. B. Fragebögen, klinische Interviews) anzuwenden und kognitive sowie psychosoziale Beeinträchtigungen systematisch zu erfassen.
In der abschließenden Seminarphase liegt der Fokus auf der Behandlung und Begleitung. Aufbauend auf den diagnostischen Grundlagen werden mögliche klinisch-psychologische und psychotherapeutische Interventionsansätze vorgestellt – stets mit Blick auf die realistischen Zielsetzungen, Grenzen der Behandlung und die Rolle therapeutischer Fachkräfte im Versorgungssystem.
Das Seminar ist leitfragenorientiert aufgebaut, verbindet kompakte Theorieeinheiten mit Fallbeispielen, praxisnahen Materialien (z. B. Checklisten, Fragebögen) und schafft Raum für kollegialen Austausch. Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit ME/CFS zu gewinnen – sowohl auf (differential-)diagnostischer Ebene als auch in der psychosozialen Begleitung von Betroffenen.
Da die Versorgungssituation rund um ME/CFS weiterhin von Unsicherheiten geprägt ist, bietet dieses Seminar eine klare fachliche Orientierung und unterstützt eine ethisch reflektierte Rollengestaltung im therapeutischen Setting.
Nach Abschluss des Seminars können die Teilnehmer:innen:
– ME/CFS von psychischen Erkrankungen sicher unterscheiden,
– die relevanten Diagnostikkriterien und Instrumente gezielt einsetzen,
– kognitive Beeinträchtigungen bei ME/CFS adäquat erfassen,
– den Nutzen und die Grenzen klinisch-psychologischer bzw. psychotherapeutischer Interventionen einschätzen,
– eigene Berufsgrenzen in der ME/CFS-Versorgung reflektieren und wahren,
– geeignete weiterführende Anlaufstellen für Betroffene benennen.
Lernergebnisse
Teilnehmer:innen
• können ME/CFS von psychischen Erkrankungen unterscheiden,
• kennen die einschlägigen Diagnostikkriterien von ME/CFS und die entsprechenden Fragebögen,
• wissen um die kognitiven Beeinträchtigungen bei ME/CFS und können diese erheben,
• kennen den Nutzen und die Grenzen klinisch-psychologischer/psychotherapeutischer Behandlung bei ME/CFS,
• kennen die eigenen Berufsgrenzen in der Versorgung von ME/CFS-Betroffenen,
• kennen geeignete weitere Anlaufstellen für ME/CFS-Betroffene.
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich ausschließlich an Klinische Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen sowie in Ausbildung befindliche Kolleg:innen
Hinweis
Referent:
MMag. DDr. Markus Gole ist Klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologe, Arbeits- und Organisationspsychologie, Philosoph und Sachverständiger für Berufskunde in eigener Praxis in Linz/Österreich. Er studierte an mehreren Universitäten in Österreich und in den USA, ist Dozent für Biologische Psychologie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Autor mehrerer wissenschaftlicher Aufsätze und eines Buches. In seiner klinischen Arbeit ist er auf die (neuro-)psychologische Beurteilung und Behandlung des Post-COVID-Syndroms und ME/CFS spezialisiert. Sein Schwerpunkt in der Arbeits- und Organisationspsychologie liegt in der Durchführung von Arbeitsanalysen, in der Unterstützung von Personen auf den Weg in den Arbeitsmarkt sowie an der Schnittstelle zwischen Post-COVID-Syndrom, ME/CFS und Arbeitsmarkt.
Diese Veranstaltung ist als Fort- und Weiterbildungsveranstaltung gemäß § 33 Psychologengesetz 2013 sowie gemäß § 41 Psychotherapiegesetz 2024 mit 10 Einheiten anerkannt.
Anmeldung
Die wichtigsten Fakten:
08:30 - 12:45 Raum: Online in Zoom (SH)
Virtuell / Online
08:30 - 12:45 Raum: Online in Zoom (SH)
Virtuell / Online
Beate Schuchter
beate.schuchter@schlosshofen.at
+43 5574 4930 421
EUR 240,00
Weitere Details:
MMag. DDr. GOLE Markus