Psychologie & Psychotherapie

Psychotherapeutisches Propädeutikum

Das Propädeutikum ist der erste Abschnitt der zweiteiligen gesetzlich geregelten Psychotherapie-Ausbildung (PThG BGBl. Nr. 361/1990). Es besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil und dient der Vermittlung von Wissen und praktischer Erfahrung, die grundlegend für alle psychotherapeutischen Schulen sind. Das psychotherapeutische Propädeutikum ist Voraussetzung für die Aufnahme in eine der schulspezifischen Psychotherapieausbildungen (Fachspezifikum).

Im Auftrag der Vorarlberger Landesregierung bietet Schloss Hofen seit 1993 das fünfsemestrige psychotherapeutische Propädeutikum an. Seit Oktober 2012 wird das Propädeutikum als Lehrgang zur Weiterbildung nach § 9 des FHG der "FHV - Vorarlberg University of Applied Sciences" geführt. Schloss Hofen ist seit 1993 vom Psychotherapiebeirat mittels Bescheid als Veranstalter anerkannt.


Neue gesetzliche Regelung:
Durch das Psychotherapiegesetz 2024 (PThG 2024) wurde die Ausbildung zur:m Psychotherapeut:in neu geregelt. Die bisherige 2-stufige Ausbildung (Psychotherapeutisches Propädeutikum und Fachspezifikum) wird von einer 3-stufigen Ausbildung abgelöst (Bachelorstudium Psychotherapie bzw. gleichwertige Studien – Masterstudium Psychotherapie -  fachspezifische Ausbildung als 3. Ausbildungsabschnitt sowie abschließende Approbationsprüfung). Propädeutika können weiterhin angeboten werden, müssen jedoch bis 30. September 2030 abgeschlossen sein; die Fachspezifika in der derzeitigen Form müssen bis 30. September 2038 abgeschlossen sein. Schloss Hofen wird im Frühjahr 2027 ein weiteres Psychotherapeutisches Propädeutikum anbieten, je nach Bewerber:innenlage eventuell auch noch im Frühjahr 2028.

Konzept/Profil

Modulares Konzept

Das Psychotherapeutische Propädeutikum, der erste Ausbildungsabschnitt der Psychotherapieausbildung, hat die Aufgabe, in theoretische und praktische Grundlagen der Psychotherapie einzuführen. Im Rahmen des Lehrgangs werden erste Erfahrungen in Arbeitsfeldern psychosozialer Versorgung ermöglicht sowie die Selbstreflexion angeregt.

Im Anschluss an das Propädeutikum kann ein psychotherapeutisches Fachspezifikum absolviert werden. Das Fachspezifikum vermittelt die methoden-spezifische Ausbildung in einer gewählten Richtung (z.B. Existenzanalyse, Verhaltenstherapie, systemische Familientherapie, Psychoanalyse usw.).

Zielgruppe & Kompetenzen

Zielgruppe

Das Programm wendet sich an Personen, die parallel zu ihrer beruflichen Tätigkeit eine Psychotherapieausbildung nach dem österreichischen Psychotherapiegesetz anstreben. Angesprochen sind auch Personen, die an einer psychosozialen Weiterbildung interessiert sind.

Die Ausbildungskandidat:innen lernen psychotherapeutische Grundlagen, Konzepte und Methoden kennen. Das Propädeutikum möchte erste Erfahrungen in Arbeitsfeldern psychosozialer Versorgung ermöglichen und zur Selbsterfahrung und Aufarbeitung eigener Erfahrungen anregen.

Lehrformen & Lernen

Lehrformen & Lernen

Das Psychotherapeutische Propädeutikum umfasst vielfältige didaktische Methoden. Im Sinne eines blended learning werden die Vor- und Nachbearbeitung der Präsenzveranstaltungen durch digitale Lernplattformen unterstützt.

Neben einer effizienten Wissensvermittlung stehen Erfahrungsaustausch und Transfer in die berufliche Praxis im Vordergrund. Dies wird didaktisch unterstützt, indem verstärkt reflexive Lernelemente zum Einsatz kommen.

Leistungsnachweise & Abschluss

Leistungsnachweise und Abschluss

Die erfolgreiche Teilnahme an einzelnen Lehrveranstaltungen unterliegt einer Leistungsbeurteilung (schriftliche Prüfung, Seminararbeiten). Am Ende des fünfsemestrigen Propädeutikums erfolgt eine mündliche Abschlussprüfung. Voraussetzung für die mündliche Abschlussprüfung ist die positive Absolvierung aller vorgeschriebenen Lehrveranstaltungen sowie die Bestätigung der vorgesehenen Selbsterfahrung, des Praktikums und der Praktikumssupervision unter Einrechnung anerkannter Vorqualifikationen. Die Abschlussprüfung erstreckt sich über den gesamten Lehrstoff des Lehrgangs.

Die positive Absolvierung des psychotherapeutischen Propädeutikums ist eine formale Voraussetzung für die Aufnahme in eine schulen-spezifische psychotherapeutische Fachausbildung (Fachspezifikum).

Bewerbung & Zulassung

Onlinebewerbung

Bewerbungsunterlagen Psychotherapeutisches Propädeutikum

Für die Bewerbung zum Hochschullehrgang "Psychotherapeutisches Propädeutikum" sind im Rahmen der Onlinebewerbung folgende Dokumente als gesammeltes PDF erforderlich:

  • Nachweis der Qualifizierung (erfolgreich abgelegte Reifeprüfung, Studienberechtigungsprüfung oder ein im Ausland erworbener und in Österreich nostrifizierter gleichwertiger Abschluss oder eine abgeschlossene Ausbildung im Krankenpflegefachdienst oder im medizinisch-technischen Dienst.
    Uploadfeld "Lehrgangsspezifischer Upload"
  • Lebenslauf:
    Uploadfeld "Lehrgangsspezifischer Upload“
  • Darstellung der Motivation zur Ausbildung:
    Uploadfeld "Lehrgangsspezifischer Upload“

Zulassung

Die Teilnahme am Psychotherapeutischen Propädeutikum ist an die Erfüllung der gesetzlichen Aufnahmevoraussetzungen (gem. § 10 Abs. 1 Psychotherapiegesetz) gebunden:  

  • Erfolgreich abgelegte Reifeprüfung, Studienberechtigungsprüfung oder ein im Ausland erworbener und in Österreich nostrifizierter gleichwertiger Abschluss
  • oder eine abgeschlossene Ausbildung im Krankenpflegefachdienst oder im medizinisch-technischen Dienst.

 

Rahmenbedingungen

Zeitaufwand und Anrechenbarkeit von Vorqualifikationen

Zeitaufwand

Die Lehrveranstaltungen finden in der Regel geblockt von Freitag bis Samstag in Schloss Hofen statt (in Ausnahmefällen von Donnerstag - Samstag). Pro Monat muss mit ca. zwei Lehrveranstaltungen gerechnet werden. Die Lehrveranstaltungen des theoretischen Teils werden in Form von Seminaren und Übungen abgehalten. Bei Seminaren besteht eine Dreiviertel-Anwesenheitspflicht. Übungen und Selbsterfahrung müssen zur Gänze besucht werden.

Anrechenbarkeit und Vorqualifikationen

Die Anrechenbarkeit von bereits anderweitig absolvierten Lehrveranstaltungen bzw. Ausbildungsteilen und Praktika sind grundsätzlich möglich, verringern allerdings nicht den Teilnahmebeitrag. Die Prüfung von Anrechnungen erfolgt erst nach der Aufnahme in den Lehrgang und basiert auf den Richtlinien des Psychotherapiebeirates. Zur Überprüfung der Gleichwertigkeit von Ausbildungsinhalten sind die Antragsteller:innen verpflichtet, entsprechende Nachweise zu erbringen. Über die Anrechnung im Einzelfall entscheidet die wissenschaftliche Leitung. Absolvierte Lehrveranstaltungen im Rahmen universitärer Studien können erst nach erfolgreichem Abschluss des entsprechenden Studienabschnittes anerkannt werden.

Gebühren

Der Teilnahmebeitrag für den gesamten Lehrgang beläuft sich auf EUR 8.670,00 (zuzüglich Gruppenselbsterfahrung und -supervision). Daraus ergibt sich ein Semesterbeitrag in der Höhe von EUR 1.734,00. Anrechnungen sind möglich, sie verringern den Teilnahmebeitrag allerdings nicht.

Förderungen

Fragen der Förderung bzw. Anträge auf Bildungszuschuss oder auch Bildungsteilzeit oder -karenz müssen individuell geklärt werden.

Persönliche Beratung

Petra Hieble, Lehrgangsadministration
(T +43 5574 4930 426)

Inhalte (Curriculum)

1. Semester

Lehrveranstaltung SWS ECTS* UE
Einführung in die Problemgeschichte und Entwicklung der psychotherapeutischen Schulen 2 4 VL
Psychotherapeutische Schulen (Teil I): Tiefenpsychologie 2 2 SE
Allgemeine Psychologie 2 2 VL
Einführung in die medizinische Terminologie 2 2 VL
Psychiatrie, Psychopathologie, Psychosomatik (Teil I) 2 3 VL
Praktikumssupervision 1,5 2 UE
Summe 11.5 15 0
* LVS = Leistungspunkte, ECTS = European Credit Transfer System, UE = Unterrichtseinheiten

2. Semester

Lehrveranstaltung SWS ECTS* UE
Psychotherapeutische Schulen (Teil II): Systemische und lerntheoretische Schulen 2 2 SE
Entwicklungspsychologie 2 2 VL
Psychosoziale Interventionsformen (Teil I) 1 2 VL
Psychosoziale Interventionsformen (Teil II) 1 1 SE
Psychosoziale Interventionsformen (Teil III) 2 3 VL
Erste Hilfe in der psychotherapeutischen Praxis 1 1 UE
Forschungs- und Wissenschaftsmethodik (Teil I) 1 1 VL
Summe 10 12 0
* LVS = Leistungspunkte, ECTS = European Credit Transfer System, UE = Unterrichtseinheiten

3. Semester

Lehrveranstaltung SWS ECTS* UE
Psychotherapeutische Schulen (Teil III): Humanist. Schulen 2 2 SE
Persönlichkeitstheorien 2 2 VL
Psychologische Diagnostik und Begutachtung (Teil I) 1 1 VL
Psychologische Diagnostik und Begutachtung (Teil II) 1 1 UE
Pharmakologie 2 VL
Summe 8 0
* LVS = Leistungspunkte, ECTS = European Credit Transfer System, UE = Unterrichtseinheiten

4. Semester

Lehrveranstaltung SWS ECTS* UE
Rehabilitation und Sonderpädagogik 2 2 VL
Psychologische Diagnostik und Begutachtung (Teil III) 1 1 VL
Psychologische Diagnostik und Begutachtung (Teil IV) 1 1 UE
Forschungs- und Wissenschaftsmethodik (Teil II) 2 3 VL
Fragen der Ethik im Feld psychosozialer Arbeit 2 3 SE
Rahmenbedingungen für die Psychotherapie (Teil I) 2 2 VL
Summe 10 12 0
* LVS = Leistungspunkte, ECTS = European Credit Transfer System, UE = Unterrichtseinheiten

5. Semester

Lehrveranstaltung SWS ECTS* UE
Psychosoziale Interventionsformen (Teil III) 2 2 SE
Psychiatrie, Psychopathologie, Psychosomatik (Teil IV) 2 2 VL
Pharmakologie (Teil II) 1 2 VL
Forschungs- und Wissenschaftsmethodik (Teil III) 2 2 SE
Rahmenbedingungen für die Psychotherapie (Teil II) 2 2 VL
Rahmenbedingungen für die Psychotherapie (Teil III) 2 2 UE
Summe 11 12 0
* LVS = Leistungspunkte, ECTS = European Credit Transfer System, UE = Unterrichtseinheiten

Selbsterfahrung
50 Einheiten in der Gruppe

Supervision
20 Einheiten (begleitend zum Praktikum)

Praxis
Im Rahmen des Psychotherapeutischen Propädeutikums ist ein Praktikum im Umgang mit verhaltensgestörten oder leidenden Personen in einer im psychosozialen Feld bestehenden Einrichtung des Gesundheits- und Sozialwesens unter fachlicher Anleitung und Aufsicht in der Dauer von zumindest 480 Stunden vorgesehen.

ECTS: Leistungspunkte nach dem „European Credit Transfer and Accumulation System“. Für 1 ECTS ist mit einem Arbeitsaufwand von 25 Stunden zu rechnen.

SWS: Semesterwochenstunden

 

 

Das Psychotherapeutische Propädeutikum umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil. Der theoretische Teil besteht aus 765 Stunden, der praktische Teil umfasst mindestens 550 Stunden.

Der theoretische Teil besteht aus fünf Modulen

  • Grundlagen und Grenzbereiche der Psychotherapie
  • Grundlagen der Somatologie und Medizin
  • Grundlagen der Forschungs- und Wissenschaftsmethodik
  • Fragen der Ethik
  • Rahmenbedingungen für die Ausübung der Psychotherapie

Der praktische Teil des Lehrgangs besteht aus drei Elementen

  • Einzel- oder Gruppenselbsterfahrung (mind. 50 Stunden)
  • Praktikum unter fachlicher Anleitung (mind. 480 Stunden)
  • Praktikumssupervision (mind. 20 Stunden)

Die wichtigsten Fakten:

Zeiten:
12. März 2027
Dauer:
5 Semester berufsbegleitend (Donnerstag ab 17:00 - Samstag 17:00 Uhr bzw. Freitag ab 17:00 - Samstag 17:00 Uhr)
Info-Veranstaltung:
Donnerstag, 18. Juni 2026, 18:00 Uhr, Online via Zoom
Ort(e):
  • Lochau
    Schloss Hofen
Anmeldefrist:
30.09.2026
Kosten:
  • 8.670,00 €

    (zuzüglich Gruppenselbsterfahrung und -supervision)

Weitere Details:

Präsenzmodus:
Pflichtveranstaltung
Donnerstag - Samstag bzw. Freitag - Samstag
Abschluss:

Zertifikat und Zeugnis der FH Vorarlberg sowie Schloss Hofen- Zertifikat

Wissenschaftliche Leitung:
Josef C. Aigner Psychologe, Pädagoge und Psychoanalytiker. Tätigkeit als Lehrbeauftragter, Psychotherapeut - mit einem Schwerpunkt Paar- und Sexualtherapie.

Zusätzliche Informationen:

Weitere Informationen erhalten Sie über das Kontaktformular

Die erfolgreiche Übermittlung wird Ihnen auf die Mailadresse zugestellt. Wir empfehlen daher die Angabe der Mailadresse.

Anmeldung zum Infoabend:

Anmeldung zum Infoabend über das nachfolgende Formular

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Kontaktpersonen

Judith Maria Pichler
Dr. Mag. Judith Maria Pichler
Kompetenzfeldleitung, Lehrgangsmanagement »Psychologie & Psychotherapie«
Petra Hieble
Petra Hieble
Administration »Psychologie & Psychotherapie«