Wenn sich Paare entfremden - Therapie und Beratung bei erschöpften Beziehungen

Zusehends häufiger melden sich Paare zur Paartherapie an, welche nicht klassische Hochkrisenpaare sind, sondern sich entfremdet haben. Sie weisen nach wie vor viel gegenseitige Sympathie auf und gehen nett miteinander um. Sie beklagen jedoch den Verlust der romantischen, prickelnden Liebe und empfinden füreinander nur noch kameradschaftliche oder pragmatische Liebesgefühle. Oftmals sehen sie sich mit neuen, attraktiven Alternativen konfrontiert und möchten in der Therapie klären, ob es sich lohnt, die aktuelle Partnerschaft fortzusetzen oder ob es nicht an der Zeit sei, sich für Neues, Spannendes zu öffnen. Oftmals sind die Paare mittleren Alters mit bereits einigen Jahrzehnten Beziehungsdauer, die aufgrund verschiedener Lebensveränderungen, aber vor allem auch einer gewissen Monotonie in ihrer Partnerschaft, einen neuen Kick und eine neue Orientierung suchen. Während das Methodenrepertoire der Paartherapie vor allem für Krisenpaare konzipiert ist, fehlen häufig griffige Interventionsmöglichkeiten.

Seminarinhalte:
In diesem Workshop werden zuerst einige Fakten zu dieser "neuen" Kategorie von Paaren vorgestellt und diskutiert, welche spezifischen Herausforderungen damit für Paartherapeutinnen und Paartherapeuten verbunden sind. Es werden Elemente der Psychoedukation mit den Paaren, diagnostische Zugänge und konkrete Interventionsmöglichkeiten aufgezeigt, welche sich in der Paartherapie als hilfreich erweisen. Dabei kommt der Commitment der PartnerInnen und dessen Förderung eine besondere Rolle zu.
Es werden Therapiematerialien vorgestellt, um das Commitment bewusst zu machen, zu klären, wie es mit der Partnerschaft weitergehen kann und wo konkrete Ansatzpunkte sein könnten. Spezifisch wird auf Q-Sort-Techniken, die Arbeit mit Geschichtsergänzungen oder Bildern eingegangen, da es darum geht, über Gefühle und nicht Kognitionen zur Beziehung zurückzufinden.

 

Referent

Prof. Dr. Guy Bodenmann
ist Ordinarius für Klinische Psychologie mit Schwerpunkt Kinder/Jugendliche und Paare/Familien an der Universität Zürich. Er forscht seit 25 Jahren zu Partnerschaftsverläufen und Prädikatoren für Beziehungsqualität und Stabilität, insbesondere zur Rolle des dyadischen Coping. Er ist Paartherapeut, Ausbildner, Supervisor und Buchautor ("Was Paare stark macht").
 

Termin/Dauer:

5. November 2020, 9:00 – 17:30 Uhr
8 Einheiten

Termine

5. November 2020, 9:00 - 17:30 Uhr
 

Administration

Verena Scheicher
+43 5574 4930 427
verena.scheicher@schlosshofen.at

Preis

EUR 145,00

Anmeldung

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