Bindung und Bindungsstörung (Ersatztermin folgt)

Diagnostische Kriterien und praktischer Leitfaden zum Umgang

Inhalte

Ein zentraler Meilenstein der Entwicklung im Leben eines jeden Kindes ist die Entwicklung von Bindungen zu seinen engsten Betreuungspersonen. Die Bezugspersonen übernehmen dabei die zentrale Rolle, indem sie das Kind darin unterstützen, sich in belastenden Situationen emotional zu regulieren. In der Regel entwickeln alle Kinder Bindungen zu ihren Bezugspersonen, aber nicht jedes Kind entwickelt eine sichere Bindung. Besonders bedeutsam für die Qualität der Bindungsbeziehung hat sich das Verhalten der Bindungspersonen erwiesen. Kinder machen unterschiedliche Erfahrungen in der Interaktion mit ihren Bezugspersonen, und in Abhängigkeit von diesen spezifischen Erfahrungen mit ihren Bezugspersonen bilden Kinder unterschiedliche Bindungsmuster aus.

Im Fokus der Fortbildung steht die Bindungsentwicklung von Kindern, die in ihrer Herkunftsfamilie Vernachlässigung, Misshandlung und/oder Missbrauch erfahren haben. Viele diese Kinder müssen aufgrund dieser Erfahrungen (zeitweise) fremduntergebracht werden und erfahren daher Bindungsabbrüche und häufig auch mehrere Wechsel ihrer wichtigsten Bezugspersonen. Ein besonderes Augenmerk wird in der Fortbildung auf die daraus entstehenden Herausforderungen für die Bindungsentwicklung liegen. Von besonderem Interesse sind dabei die Bindungsdesorganisation sowie zwei Störungsbilder, deren Kernmerkmale Auffälligkeiten im Bindungsverhalten (reaktive Bindungsstörung sowie Beziehungsstörung mit Enthemmung) sind und als deren Ursache Vorerfahrungen wie Vernachlässigung/Deprivation, Misshandlung sowie ein häufiger Wechsel der Bezugspersonen angenommen wird.

Am ersten Tag der Fortbildung werden Grundlagen der Bindungstheorie – erläutert anhand von Videobeispielen, Interviewausschnitten und klinischen Fallbeispielen - sowie aktuelle Forschungsbefunde aus der klinischen Bindungsforschung vorgestellt. Am zweiten Tag wird es in einem ausführlichen Praxisteil darum gehen, wie Kinder mit Erfahrungen von Misshandlung/Vernachlässigung im Prozess der Bindungsentwicklung gut begleitet werden können. Basis der Arbeit im Praxisteil werden vor allem auch konkrete Anliegen und Fragestellungen der Teilnehmenden sein.

Zielgruppe

Fachpersonen in der Begleitung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Interessierte aus pädagogischen Arbeitsfeldern

Referentin

Dr. Ina Bovenschen

Psychologin, Referentin am Deutschen Jugendinstitut e.V., Expertise und Forschungszentrum Adoption; Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Veranst. Nr. 2204110

Kooperationspartner

  • Institut für Sozialdienste (ifs)
  • Schule für Sozialbetreuungsberufe Bregenz

Anerkennung

Diese Veranstaltung ist gemäß des Sozialbetreuungsberufegesetzes als Fortbildung anerkannt und wird auch als Fortbildung für Klinische PsychologInnen anerkannt.

Anmeldung bis 10. März 2020

an Schloss Hofen – Wissenschaft & Weiterbildung

Termine

6. - 7. April 2020
9:00 – 17:30 Uhr

Veranstaltungsort

Schloss Hofen
Wissenschaft & Weiterbildung
Hofer Straße 26
6911 Lochau

Administration

Valerie Lecker
+43 5574 4930 460
soziales@schlosshofen.at

Preis

EUR 310,00