Zur Landschaft des Islam in Vorarlberg

Über die Etablierung einer neuen religiösen Gemeinschaft im Land

Inhalte

Muslime und Musliminnen bilden heute rund 13 % der Vorarlberger Wohnbevölkerung. Rund 22 % der Kinder in Volksschulen haben einen islamischen Familienhintergrund. Diese Zahlen sagen nichts darüber aus, ob diese Menschen einem Moscheeverein angehören, ob sie überhaupt religiös sind bzw. in welcher Intensität. Sie verweisen aber darauf, dass Muslime in Vorarlberg mittlerweile nach den Katholiken die zweitgrößte Religionsgruppe des Landes darstellen. Das zeigt sich in Schulen, sozialen Institutionen, aber auch im Stadt- und Dorfbild. Die Geschichte der Muslime Vorarlbergs ist eng mit seiner Geschichte als Einwanderungsland verbunden.

Die Menschen kamen v.a. über die sogenannte "Gastarbeitermigration" ins Land. Bereits in den 60er Jahren zeigten sich auch erste Ansätze einer religiösen Infrastruktur. Mittlerweile gibt es zahlreiche Gebetsräume und Moscheen in den Gemeinden und Städten, strukturiert nach Konfessionen, Ethnien und religionsideologischen Richtungen. Der islamische Religionsunterricht, die Ausbildung von Religionslehrenden und bald auch von ersten universitär in Österreich ausgebildeten Imamen sowie die Krankenhaus- und Gefängnisseelsorge werden analog zu den anderen anerkannten Religionsgemeinschaften in vom österreichischen Staat vorgesehenen Strukturen organisiert. Und seit 2012 hat Vorarlberg auch einen Islamischen Friedhof – kommunal getragen und offen für Muslime und Musliminnen aus allen Gemeinden und Städten Vorarlbergs. Diese institutionelle Landschaft finden nun auch die überwiegend muslimischen Flüchtlinge der Fluchtmigration der letzten Jahre vor.

Die Etablierung des Islam als neue religiöse Gemeinschaft in Vorarlberg, Österreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern geht auch mit Konflikten und kontroversiell geführten Debatten einher sowie mit individuellen und kollektiven Prozessen der Menschen, die hier ihre religiösen Institutionen auf Dauer etablieren möchten.

Das Seminar vermittelt folgende Inhalte:

  • eine Beschreibung der institutionellen Landschaft des Islam in Vorarlberg und Österreich und damit verbundene Entwicklungsprozesse
  • die Demographie der Muslime und Musliminnen des Lands (Zahlen, Länderhintergrund etc.)
  • vorhandene Fakten über die Religiosität von Musliminnen und Muslimen in Vorarlberg
  • gemeinsame Reflexion der Fragen der Teilnehmenden

Ziele

Ziel ist die Vermittlung von Hintergrundwissen für eigenständige Analysen der Etablierungsprozesse muslimischen Lebens in Vorarlberg und den damit verbundenen Prozessen und Konflikten.

Zielgruppe

Fachkräfte im Sozialbereich, Mitarbeitende in Behörden und Ämtern, Personen, die sich für die Strukturen der religiösen Gemeinschaften von Musliminnen und Muslimen in Vorarlberg interessieren.

Referentin

Dr.in Eva Grabherr

Judaistin, Historikerin und Museologin, Geschäftsführerin okay.zusammen leben, Projektstelle für Zuwanderung und Integration

Veranst. Nr. 2194202

Kooperationspartner

  • okay. zusammen leben, Projektstelle für Zuwanderung und Integration
  • Institut für Sozialdienste (IfS)

Anmeldung so rasch als möglich

Termine

26. März 2019

14:00 – 17:30 Uhr

Beitrag

  • EUR 50,00 (Nachmittag)
  • EUR 90,00 (ganzer Tag): In Kombination mit der Veranstaltung vom Nachmittag "Zur Landschaft des Islam in Vorarlberg"

Veranstaltungsort

Schloss Hofen
Wissenschaft & Weiterbildung
Hofer Straße 26
6911 Lochau

Administration

Valerie Lecker
+43 5574 4930 460
soziales@schlosshofen.at

Preis

EUR 50,00

Anmeldung

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