Krankhaftes Suchtverhalten und seine unterschiedlichsten Vorstufen finden sich in allen Gesellschaftsschichten. Neben Alkohol, Tabak, Drogen und Medikamenten treten neue Formen des Suchtverhaltens auf, es gibt Abhängigkeiten von Spielen, Internet, Essen, Arbeit, Sexualität u.v.m. Sie schleichen sich ein und führen die Betroffenen schließlich in schwere gesundheitliche, seelische und/oder soziale Probleme, aus denen sie ohne professionelle Hilfe nicht mehr herausfinden.

Der Hochschullehrgang Suchtberatung und Suchttherapie beschäftigt sich mit individuell unterschiedlichen Umständen, Formen und Folgen von Abhängigkeit und Sucht, sowie mit modernen Beratungs- und Therapieansätzen. Er will neue Akzente setzen und praxisorientiert wissenschaftliche Kenntnisse über das Bedingungsgefüge von Drogen-, Alkohol- und Medikamentensucht und die Erscheinungsformen von Missbrauch und Abhängigkeit vermitteln.

Kompetenzen

Der Hochschullehrgang unterstützt Fachkräfte in der professionellen Durchführung der Einzelfallarbeit, erweitert die Methodenkompetenz und fördert die Entwicklung von sicheren Handlungskonzepten. 

Die Studierenden sollen befähigt werden, suchtgefährdete und behandlungsbedürftige Personen im beruflichen, schulischen oder familiären Umfeld zu begleiten und Strategien vermitteln, fehlgeleitete Entwicklungen und Verhaltensweisen zu korrigieren. Zudem sollen sie dazu beitragen können, das soziale Umfeld der Klientinnen und Klienten zu stützen und zu stabilisieren.

Die wichtigsten Facts

Beginn: verschoben auf 17. November 2021 - Online Anmeldung ab sofort möglich - link weiter unten auf der Homepage!
Dauer: 2 Semester, berufsbegleitend
Präsenzmodus: Zweitägige Seminare; die Lehrveranstaltungen finden ca. einmal im Monat statt
Abschluss: Zertifikat und Zeugnis der FH Vorarlberg
Ort: Lochau (Schloss Hofen)
Studienplätze: 20 Plätze, Reihung nach Qualifikation und Eingang der Bewerbung

Wissenschaftliche Leitung: Prim. Dr. Philipp Kloimstein, MBA

Lehrende: 

  • Prim.Dr. Philipp Kloimstein
  • Mag. Johannes Rauch
  • Dr. Otto Schmid
  • Dr. Nadja Springer
  • Dr. Brigitte Seifert
  • Mag. Bernhard Gut

 

Zielgruppe

Der Hochschullehrgang versteht sich als Zusatzqualifikation für Personen mit einer Grundausbildung beispielsweise in den Bereichen Psychologie, Psychotherapie, Pädagogik, Sozialarbeit/Sozialpädagogik, Medizin oder Pflege.

Curriculum

Curriculum

UE

ECTS

Modul 1: Grundlagen von Sucht und Abhängigkeit   

Einführung in den Lehrgang, Suchttheoretische Modelle, Epidemiologie, Neurophysiologie der Sucht

Suchtformen (substanzgebundene Formen und Verhaltensabhängigkeiten), Substanzkunde

 

24

 

2

Biografische, kulturelle und ethische Aspekte zum Thema Sucht, Person und Persönlichkeit, Wert und Sucht, Entscheidung und Person16 1

Professionelle Suchthilfe und Prozesse in der Beratung, Behandlung und Nachsorge

Exkursionen in suchtspezifische Einrichtungen, Aspekte von online-Beratung

 

16

 

 1

Modul 2: Spezifische Aspekte aus Sicht der Psychologie und Psychiatrie  
Komorbidität – Persönlichkeitsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen, Krise und Sucht, Suizid, Sucht und Trauma  16 2
Rechtliche Grundlagen, Betriebliche Suchthilfe, Interventionsmodelle für den betrieblichen Kontext, Prävention  16 2
Modul 3: Methoden der Beratung und Setting-Fragen   
Motivationsarbeit und Gesprächsführung: motivationstheoretische Ansätze, Zielvereinbarungen und Kontraktfähigkeit, (Motivierende) Gesprächsführung  16 2
Beziehungsgestaltung und Beratungsmethoden (Umgang mit Abwehr und Widerstand, Konfrontation in der Suchtberatung)  16 2
Supervision/Reflexion von Fallbeispielen aus der beruflichen Praxis  16 1
Modul 4: Wahlpflichtmodule für spezifische Tätigkeitsfelder (es kann aus den Wahlveranstaltungen eine Lehrveranstaltung ausgewählt werden)  
Pflicht-LV: Sucht und Familie – Beratung und Begleitung von Angehörigen, Co-Abhängigkeit, Kinder aus Suchtfamilien 16 1
Wahl-LV: Jugend und Sucht: Entwicklungsaufgaben und funktionaler Substanzkonsum, Risikomanagement – risflection 16 1
Wahl-LV: Alte Menschen und Sucht: Spezifika von alten abhängigen Menschen, ethische Fragestellungen 16 1
Wahl-LV: Sucht und Kultur: Spezifika von Suchtkranken mit migrantischem Hintergrund, kulturelle Unterschiede und Bedeutung von Substanzen und Verhalten, Interventionsmöglichkeiten bei MigrantInnen  16 1
Modul 5: Integration in die Praxis und Abschluss  
Verfassen der Abschlussarbeit  5
Präsentation beim Abschlussseminar, Lehrgangs-Auswertung 16 1
GESAMT 184 21

Der Hochschullehrgang Suchtberatung und Suchttherapie umfasst 14 Lehrveranstaltungen, davon sind 3 Lehrveranstaltungen Wahlfächer. 

Didaktik

Der Hochschullehrgang Suchtberatung und Suchttherapie besteht aus folgenden didaktischen Elementen:

Input und Reflexionseinheiten, Vorträgen, Team-/Peerarbeiten, Selbststudium, Gruppenpräsentationen, Erarbeitung eigener sowie Diskussion und Bearbeitung von Fallstudien sowie Exkursionen. Im Sinne eines blended learning werden die Vor- und Nachbereitung der Präsenzveranstaltungen durch digitale Lernplattformen unterstützt.

Neben einer effizienten Wissensvermittlung stehen Erfahrungsaustausch und Transfer in die berufliche Praxis im Vordergrund. Dies wird didaktisch unterstützt, indem verstärkt reflexive Lernelemente zum Einsatz kommen.

Der Hochschullehrgang Suchtberatung und Suchttherapie ermöglicht es, Lernerfahrungen auf verschiedenen Ebenen zu erleben.

Leistungsnachweise

Zur Kompetenzstandortbestimmung kommen verschiedene qualifizierende Elemente wie Peergruppen- und Fall-Bearbeitungen, eine schriftliche Abschlussarbeit sowie Präsentation zum Einsatz.

Um den Hochschullehrgang Suchtberatung und Suchttherapie erfolgreich abschließen zu können, müssen mind. 90% der Veranstaltungen absolviert, eine schriftliche Abschlussarbeit verfasst, sowie diese positiv bewertet und präsentiert werden. Im Rahmen dieser Arbeit dokumentieren, kommentieren und reflektieren die Studierenden ihre berufliche Praxis in der Suchtarbeit.

Der Lehrgang umfasst einen studentischen Workload von ca. 250 Stunden (Präsenzunterricht, Selbststudium, inkl. Erstellen der Abschlussarbeit) und wird mit 21 ECTS-Punkte bewertet.

Abschluss

Nach erfolgreicher Absolvierung des Lehrgangs erhalten die Studierenden ein Zertifikat und ein Zeugnis der Fachhochschule Vorarlberg.

 

Zulassung

Voraussetzung ist neben einem psychosozialen oder medizinisch/pflegerischen Grundberuf Praxiserfahrung von mindestens zwei Jahren. Die Tätigkeit sollte Transfermöglichkeiten (Praxisbezug) zulassen.

Onlinebewerbung

Mit der Einführung des Campusmanagementsystems in Schloss Hofen erfolgen die Bewerbungen zu unseren Lehrgängen über das neue Online-Bewerbungsportal. Für Fragen bzw. Unterstützung steht Ihnen das Team gerne zur Verfügung.

Bewerbungsunterlagen Suchtberatung und Suchttherapie

Für die Bewerbung sind im Rahmen der Onlinebewerbung folgende Dokumente als gesammeltes PDF im Uploadfeld "Lehrgangsspezifischer Upload"erforderlich:

  • Maturazeugnis bzw. Hochschulberechtigung (Studienberechtigungsprüfung, Berufsreifeprüfung, Lehrabschlusszeugnis) 
  • Nachweis der spezifischen Ausbildung
  • Nachweis der 2 Jahre Berufserfahrung 

Kosten

Die Studienkosten für den Hochschullehrgang Suchtberatung und Suchttherapie betragen EUR 2.250,00 pro Semester.

In diesen Gebühren inbegriffen ist die Teilnahme an sämtlichen Lehrveranstaltungen. Die Kosten für Übernachtungen, Mahlzeiten, Transport und studienbegleitende Fachliteratur sind im Preis nicht inbegriffen. Ebenfalls nicht inbegriffen sind die Kosten für allfällige Wiederholungs- oder Nachprüfungen.

Förderungen

Nähere Informationen zu Förderprogrammen, steuerliche Absetzbarkeit und weiterführende Informationen unter Bildungsinformationen.

Downloads

Zusätzliche Informationen

Die erfolgreiche Übermittlung wird Ihnen auf die Mailadresse zugestellt. Wir empfehlen daher die Angabe der Mailadresse.

Kontaktpersonen

DSA Mag. Bernhard Gut
Leiter Programmbereich »Soziales«