Kompetenzen

Manuelle Medizin und Chirotherapie sind gleichbedeutende Bezeichnungen für eine „Behandlung mit den Händen“. Sie haben die Wiederherstellung der Beweglichkeit von Muskeln und Gelenken zum Ziel, deren Gestalt intakt, deren Funktion aber gestört ist. Hierfür gibt es viele Ursachen, die in einer falschen Belastung oder einer Überlastung von Teilen des Bewegungsapparates münden und dann zu einer schmerzhaften Funktionsstörung führen. Die Ursachen können in organischen Grundkrankheiten oder in beruflicher Beanspruchung liegen oder auch seelischer Natur sein. Der Therapeut muss zunächst die Ursache finden, um nicht eine behandlungspflichtige Grundkrankheit oder eine Gegenanzeige für die manuelle Behandlung zu übersehen.

Die Ausbildung in Manueller Medizin legt daher großen Wert auf eine gründliche Schmerz- und Funktionsanalyse. Nach einer genauen Diagnostik versucht der behandelnde Arzt durch gezielte, genau definierte Handgriffe Verspannungen zu lösen und die Funktion von Muskeln und Gelenken wiederherzustellen. Zahlreiche Behandlungstechniken der Osteopathie sind Bestandteile der Manuellen Medizin.

Zielgruppe

Personen mit einem abgeschlossenen Medizinstudium: Ärzte/innen für Allgemeinmedizin, Turnusärzte/innen, Fachärzte/innen aller Sonderfächer, insbesondere Fachärzte/innen für Chirurgie und Orthopädie.

 

 

Die wichtigsten Facts

Beginn: 14. Oktober 2019
Dauer: 4 Semester, berufsbegleitend
Präsenzmodus: 6 Tage-Blöcke jeweils von 9:00 - 14:00 Uhr
Abschluss: ÖÄK-Diplom für Manuelle Medizin
Ort: Lochau (Schloss Hofen)
Leitung: Dr. Hermann Locher, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Koordinator der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM-MWE) Tettnang.

Dr. Michaela Habring, Ärztin für Allgemeinmedizin in Bad Ischl, Zusatzausbildungen in Manueller Medizin sowie Sport- und Rehabilitationsmedizin, Ausbildnerin in Manueller Medizin (ÖAMM).

Curriculum

LehrveranstaltungStundenSemester
Grundkurs I
Anamneseerhebung, abschnittsweise und segmentale Funktionsuntersuchung der Wirbelsäule, Wiederholung von Kenntnissen in der funktionellen Anatomie der Wirbelsäule, Mobilisationstechniken an den einzelnen Wirbelsäulenabschnitten, teilweise auch im einzelnen Segment. Grundlagen der Manipulationsbehandlung an der Wirbelsäule. Erlernen der Manipulationsgrundtechniken zur Wirbelsäulenbehandlung. Einführung in die neuromuskulären Behandlungstechniken. Ausschluss von Kontraindikationen zur Manuellen Therapie. Technik der funktionellen segmentalen Irritationspunktdiagnostik als Grundlage der gezielten Chirotherapie an der Wirbelsäule. 501
Grundkurs II
Funktionelle Anatomie der Extremitätengelenke. Funktionsuntersuchung, insbesondere des Gelenkspiels an den Extremitätengelenken. Spezielle Gelenkmechanik. Muskelfunktionstests und Beurteilung myotendinotischer Reaktionen bei Störung des Gelenksspiels. Mobilisations- und Manipulationstechniken an den Extremitätengelenken zur Behandlung hypomobiler Funktionsstörungen. Behandlungsstrategien hypermobiler Funktionsstörungen der Extremitätengelenke. Einsatz der postisometrischen Relaxation und gezielten Muskeldehnung an den Extremitätengelenken. Diagnose und Behandlung von Störungen an den Extremitätengelenken im Rahmen pseudoradikulärer Wirbelsäulensyndrome. 501
Aufbaukurs I
Differentialdiagnose pseudoradikulärer Wirbelsäulensyndrome unter besonderer Berücksichtigung der Indikationsstellung zur Manuellen Medizin. Mobilisierung der Kiefergelenke. Mobilisierende Gelenktechniken an der Wirbelsäule einschliesslich der zugehörigen Weichteil- und Muskeltechniken. Einführung in die Röntgenfunktionsdiagnostik unter manualmedizinischen Gesichtspunkten. Gezielte Manipulation der Sakroiliakalgelenke, der Wirbelgelenke und der Costotransversalgelenke. Indikationsstellung zur und Technik der risikofreien Manipulation zur Behandlung von Wirbelgelenksblockierungen. Einsatz von Techniken zur Erleichterung der Manipulation, u.a. Neuromuskulärer Techniken. 502
Aufbaukurs II
In diesem Kurs werden zur Egänzung der diagnostischen und therapeutischen Techniken (Mobilisation und Manipulation an Wirbelsäule und Extremitäten) ergänzend die Untersuchung der Muskelfunktion, die Muskelenergietechniken (22 UE), die myofaszialen Grundtechniken(10 UE) und die Röntgendiagnostik unter manualmedizinischen Gesichtspunkten (Ausschluss von Kontraindikationen und Funktionsbeurteilung) abgehandelt. 502
Aufbaukurs III
Dieser Kurs beinhaltet die Grundlagen der viszeralen Mobilisation sowie die Grundlagen der manuellen Behandlung bei Kindern mit je 12 UE. Die Untersuchung und Behandlung der Kiefergelenke wird in 4 UE dargestellt. Aufbauend auf dem Inhalt der Vorkurse und dem bisherigen Inhalt des Kurses V wird abschließend die Behandlung von Verkettungssyndromen sowohl bei Verkettungen innerhalb des Bewegungssystems als auch bei vertebroviszeralen Verkettungen vor allem im Rahmen der Rezidivprophylaxe und der ganzheitlichen manuellen Behandlung dargestellt und ausgeübt.  503
Abschlusskurs
Vervollständigung und Ergänzung der gezielten Techniken an der Wirbesäule und Extremitätengelenken, Differentialdiagnose und Therapieplanung bei manualtherapeutisch zu beeinflussenden Krankheitsbildern, Einbau der manuellen Medizin in ein therapeutisches Gesamtkonzept, Konzept der Manuellen Therapie bei der Behandlung von Krankheitsbildern mit komplexen Blockierungsgeschehen, Bedeutung der Manuellen Medizin in der Allgemeinmedizin und anderen Fachgebieten, Röntgenfunktionsdiagnostik der Wirbelsäule unter manualmedizinischen Gesichtspunkten, Forensische Fragen im Zusammenhang mit der Manuellen Medizin, Einsatz stabilisierender Techniken, Arbeit am Patienten in der Klinik, Schriftliche, mündliche und praktische Abschlussprüfung unter Einbeziehung des Fallberichtes.504
Gesamt300

Vervollständigung und Ergänzung der gezielten Techniken an der Wirbelsäule und Extremitätengelenken

Differentialdiagnose und Therapieplanung bei manualtherapeutisch zu beeinflussenden Krankheitsbildern

Einbau der Manuellen Medizin in ein therapeutisches Gesamtkonzept

Konzept der Manuellen Therapie bei der Behandlung von Krankheitsbildern mit komplexem Blockierungsgeschehen

Bedeutung der Manuellen Medizin in der Allgemeinmedizin und anderen Fachgebieten

Röntgenfunktionsdiagnostik der Wirbelsäule unter manualmedizinischen Gesichtspunkten

Forensische Fragen im Zusammenhang mit der Manuellen Medizin

Einsatz stabilisierender Techniken

Arbeit am Patienten in der Klinik

Schriftliche, mündliche und praktische Abschlussprüfung unter Einbeziehung des Fallberichtes.

Konzept der Manuellen Therapie bei der Behandlung von

Leistungsnachweise

Die Fortbildung in Manueller Medizin umfasst 300 Stunden, die sich in 100 Stunden Theorie und 200 Stunden Praxis einschließlich Demonstration unterteilen. Das gesamte Programm (alle sechs Ausbildungswochen) wird in zweieinhalb Jahren angeboten. Die Fortbildung schließt mit einer theoretischen und praktischen Prüfung ab.

Abschluss

ÖÄK-Diplom für Manuelle Medizin. Turnusärzte/innen oder Fachärzte/innen in Ausbildung erhalten das Diplom nach dem „ius practicandi“ bzw. mit dem Erwerb des Facharzttitels.

Bewerbung

Für die Bewerbung zum Lehrgang „Manuelle Medizin (ÖÄK)“ sind folgende Dokumente erforderlich:

  • ausgefüllter Bewerbungsbogen

Übermittlung der Dokumente an Frau Nicoletta Nessler (info@schlosshofen.at)

Gebühren

Auf Anfrage.

Kontaktpersonen

Dr. Elmar Fleisch
Leiter Programmbereich
»Gesundheit und Soziales« 

 +43 5574 4930 422
 elmar.fleisch@schlosshofen.at

 

 

Nicoletta Nessler
Administration Programmbereich »Gesundheit und Soziales« 

 +43 5574 4930 400
 info@schlosshofen.at